{"id":183,"date":"2017-02-19T22:07:56","date_gmt":"2017-02-19T21:07:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/?p=183"},"modified":"2017-02-23T15:52:54","modified_gmt":"2017-02-23T14:52:54","slug":"spanische-immobilienfinanzierungen-clausulas-suelo-spanische-gerichtshof-spricht-darlehnnehmern-zinsansprueche-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/spanische-immobilienfinanzierungen-clausulas-suelo-spanische-gerichtshof-spricht-darlehnnehmern-zinsansprueche-zu\/","title":{"rendered":"Immobilienfinanzierungen in Spanien &#8211; Cl\u00e1usulas suelo (Mindestzinsklauseln, Bodenklauseln): Spanischer Gerichtshof spricht Darlehnsnehmern umfangreiche Zinsanspr\u00fcche zu"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Das mit Spannung erwartete und am 15. Februar 2017 ergangene Urteil des spanischen Gerichtshofs in Spanien (Tribunal Supremo) hat klargestellt, dass Klauseln in Hypothekendarlehnsvertr\u00e4gen (Cl\u00e1usulas suelo), die den Banken einen von der Lage auf den Kapitalm\u00e4rkten unabh\u00e4ngigen Mindestzins vertraglich garantieren, rechtswidrig sind. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Bis zuletzt hatten Bankenvertreter gehofft, dass der Tribunal Supremo die Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) zu spanischen Immobiliendarlehn nicht vollst\u00e4ndig \u00fcbernehmen w\u00fcrde. Der EuGH hatte im Dezember 2016 entschieden, dass \u00fcberh\u00f6hte Darlehnszinsen f\u00fcr die gesamte Darlehnslauf<span lang=\"es-ES\">zeit<\/span> erstattet werden m\u00fcssen. Der Tribunal Supremo hingegen hatte die Erstattung in fr\u00fcheren Urteilen auf den Zeitraum seit Mai 2013 begrenzt. <span lang=\"es-ES\">Zu diesem Zeitpunkt<\/span> hatte der Tribunal Supremo das erste Mal die Rechtswidrigkeit der Cl\u00e1usulas suelo festgestellt, Erstattung<span lang=\"es-ES\">sanspr<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00fcche<\/span> aber nur f\u00fcr die Zukunft und nicht r\u00fcckwirkend zugesprochen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Hintergrund der Gerichtsurteile des Tribunal Supremo zu Zinszahlungen in Darlehnsvertr\u00e4gen sind spezielle Klauseln in den allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen (AGB) spanischer Banken, welche diese \u00fcber Jahrzehnte in ihren Darlehnsvertr\u00e4gen vereinbart hatten. Diese sogenannten Cl\u00e1usulas suelo (\u201eBodenklauseln\u201c) sahen vor, dass der Zins aus der Summe von EURIBOR als Referenzzinsatz der Kapitalm\u00e4rkte plus einer Marge berechnet wurde. Zus\u00e4tzlich sahen die Bodenklauseln vor, dass unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he des EURIBOR ein Mindestzinssatz geltend solle. Durch die Festschreibung eines Mindestzinssatzes konnten die Kunden nicht von niedrigen Kapitalmarktzinsen, die zu einem niedrigen EURIBOR-Satz f\u00fchren, profitieren. Aufgrund der seit Jahren sehr niedrigen Kapitalmarktzins\u00e4tzen zahlten deshalb Darlehnsnehmer \u00fcber Jahre Zinsen an die Banken, die signifikant \u00fcber den Markts\u00e4tzen lagen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Das Urteil des Tribunal Supremos ist von gro\u00dfer praktischer Bedeutung. Man geht davon aus, dass bis zu 2,2 Millionen Darlehnsnehmer von dem Urteil betroffen sind. Viele Darlehnsnehmer k\u00f6nnen auf Erstattungen von mehreren zehntausend Euro hoffen. <span style=\"font-family: Arial\">Die hohe der Zahl der betroffenen Vertr\u00e4ge ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass gerade die gro\u00dfen \u00fcberregionalen spanischen Banken, namentlich BBVA, Sabadell, Caixa und Bankia, die <span lang=\"es-ES\">Cl\u00e1usulas Suelo <\/span><span lang=\"de-DE\">verw<\/span><span lang=\"de-DE\">e<\/span><span lang=\"de-DE\">n<\/span><span lang=\"de-DE\">d<\/span><span lang=\"de-DE\">e<\/span><span lang=\"de-DE\">t<\/span><span lang=\"es-ES\"> hatten.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Laut spanischer Presse haben die betroffenen Banken R\u00fcckstellungen von etwa f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr die Erstattungsanspr\u00fcche der Bankkunden gebildet.\u00a0Das aufgrund der rechtswidrigen\u00a0Klauseln m\u00f6gliche Erstattungsvolumen wird noch h\u00f6her,\u00a0auf etwa f\u00fcnf bis sieben Milliarden Euro gesch\u00e4tzt.\u00a0Die B\u00f6rsenkurse von Bankia, BBVA und anderen Banken gaben\u00a0direkt\u00a0nach Ver\u00f6ffentlichung des Urteils des Tribunal Supremos\u00a0signifikant nach.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span lang=\"es-ES\">Der Erstattungsanspruch gilt f\u00fcr alle Darlehnsnehmer, deren Vertr\u00e4ge die Bodenklauseln enthalten, also auch f\u00fcr Ausl\u00e4nder, die bei spanischen Banken Darlehn aufgenommen haben.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span lang=\"es-ES\">Betroffene Darlehnsnehmer sollten zun\u00e4chst pr\u00fcfen, ob und in welchem Umfang sie Erstattungsanspr\u00fcche geltend machen k\u00f6nnen. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span lang=\"es-ES\">Der spanische Gesetzgeber hat durch ein entsprechendes Dekret die Banken gesetzlich verpflichtet, ein freiwilliges Erstattungsverfahren durchzuf\u00fchren, das die Rechte der Darlehnsnehmer genau regelt.\u00a0Dieses Verfahren soll verhindern, dass gesch\u00e4digte Darlehnsnehmer von Banken auf den Rechtsweg verwiesen werden, wenn\u00a0sie den <\/span><span lang=\"es-ES\">Erstattungsanspruch von Darlehnsnehmern\u00a0ganz oder in Teilen ablehnen. <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das mit Spannung erwartete und am 15. Februar 2017 ergangene Urteil des spanischen Gerichtshofs in Spanien (Tribunal Supremo) hat klargestellt, dass Klauseln in Hypothekendarlehnsvertr\u00e4gen (Cl\u00e1usulas suelo), die den Banken einen von der Lage auf den Kapitalm\u00e4rkten unabh\u00e4ngigen Mindestzins vertraglich garantieren, rechtswidrig sind. Bis zuletzt hatten Bankenvertreter gehofft, dass der Tribunal Supremo die Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-183","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=183"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-idelmann.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}